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Blog: Warum Sicherheitszertifizierungen wie C1D2 und ATEX mehr Aufmerksamkeit verdient haben

Sie arbeiten in gefährlichen Umgebungen und erwägen die Anschaffung neuer mobiler IT-Lösungen? Dann sollten Sie sich mit der ATEX-Zertifizierung und/oder dem C1D2-Framework vertraut machen. Beides sind weithin akzeptierte Sicherheitsstandards für Produkte, die in gefährlichen Umgebungen eingesetzt werden. Je nach Region findet einer der zwei Standards Verwendung. In Europa werden Geräte für den Einsatz in gefährlichen Einsatzumgebungen in der Regel gemäß ATEX zertifiziert.

ATEX basiert auf zwei europäischen Direktiven – derDirective 99/92/EC (auch bekannt als ATEX Workplace Directive) sowie der Directive 94/9/EC (die ATEX Equipment Directive). Die Namens der Vorgaben leiten sich von deren französischen Bezeichnungen ab: Appareils destinés à être utilisés en ATmosphèresExplosives.

CID2 hingegen ist eine in Nordamerika gebräuchliche ANSI/ ISA-Zertifikation für den Einsatz in gefährlichen Umgebungen. Der Standard deckt drei unterschiedliche Arten an gefährlichen Einsatzorten ab. Dabei bezeichnet die Klasse I (Gase, Dämpfe und Flüssigkeiten), Klasse II (Staub) und Klasse III (Fasern und Schwebteilchen). Die erste Abteilung beschreibt Gefahrstoffe, die unter normalen Umständen explosiv oder anderweitig gefährlich sind. Abteilung 2 benennt die Stoffe, die gewöhnlich nicht in einer explosiven Konzentration vorkommen, aber dennoch die potenzielle Gefahr einer Explosion in sich tragen. Beide Zertifizierungen finden hauptsächlich in Regionen wie Südamerika Verwendung.

Egal in welchem Teil der Welt Sie arbeiten - in jedem Fall sollten Sie bei der Entscheidung für eine mobile Computer-Lösung überprüfen, dass wir oder jeder andere Hersteller eine der beiden genannten Zertifizierungsarten vorweisen kann. Stellen Sie sich beispielsweise eine Ölplattform vor. Typischerweise drängen sich hier auf engstem Raum unterschiedliche Arbeitsbereiche wie Verwaltung, Betriebsräume und die Fördereinrichtung sowie die Wohn- und Sozialräume unbequem nahe aneinander. Auf der Bohrplattform herrscht oft eine explosionsgefährdete Atmosphäre. Deshalb müssen Ölfirmen gewährleisten, dass sämtliche in der Nähe des Bohrareals betriebenen Elektrogeräte zuverlässig gegen Funken und offenliegende, sehr warme Bauteile abgeschirmt sind. Dies ist zwingend notwendig, um die Sicherheit aller Personen und Anlagen auf der Ölplattform zu garantieren.

Hazardous Locations

Eine Möglichkeit um diese Sicherheitsanforderungen zuverlässig zu erfüllen ist es, alle Mitarbeiter mit C1D2- oder ATEX-konformen mobilen Endgeräten auszustatten. Die Betreiber von Ölplattformen sind sehr darum besorgt, dass ihre Mitarbeiter allen Verboten und Warnhinweisen zum Trotz aus Versehen unzureichend abgesicherte Lösungen mit auf die Plattform bringen. Das Risiko eines auch noch so kleinen Fehlers ist angesichts des großen Gefahrenpotenzials einfach zu hoch. Andere Öl- und Gasunternehmen haben sich dafür entschieden, den Zugang zu explosionsgefährdeten Arbeitsbereichen auf Mitarbeiter mit entsprechend zertifizierten Geräten zu beschränken. Beide Vorgehensweisen machen Sinn.

Auch im Bergbau und in der Holzindustrie gibt es vergleichbar risikobehaftete Umgebungen:

  • In der Luft vieler Bergwerke kommt es abbaubedingt zu potenziell brennbaren Konzentrationen feinster Staubpartikel sowie explosionsgefährdeten Dämpfen von Chemikalien, die für die Extraktion des Rohstoffes verwendet werden.
  • In Sägewerken und der Holzverarbeitung sorgen Säge- und Schleifstaub sowie die Dämpfe von Lasuren und Holzschutzmitteln für ein hohes Explosions- und Entzündungsrisiko.

Alle angeführten Branchen unterliegen einem hohen Wettbewerbsdruck und müssen sich anhaltend um ihre Effizienz bemühen. Besonders Unternehmen der Rohstoffbranche sehen sich mit zunehmend schwieriger auszubeutenden Lagerstätten konfrontiert. Soll hier noch wirtschaftlich gearbeitet werden, sind herkömmliche Lösungen oft nicht mehr geeignet. Die einzig sichere Art, um robuste Mobillösungen zu betreiben verlangt es, dass die Geräte den geltenden Sicherheitsstandards entsprechen. Dabei kommen idealerweise nur C1D2- oder ATEX-konforme Geräte zum Einsatz.

Um ein industrietaugliches, robustes Tablet auch in explosionsgefährdeten Umgebungen sicher einsetzen zu können, ist eine Menge Entwicklungsarbeit nötig. Beispielsweise stattet Xplore seit Beginn alle Lösungen mit eigensicheren Stromkreisen aus. Diese schützen den Anwender bei seiner Arbeit mit dem Tablet, aber auch bei unerwarteten Fehlfunktionen. Wir achten bei unseren Lösungen penibel darauf, dass die Geräte weder elektrische Ladung noch zu hohe Temperaturen an ihre Umgebung abgeben und so eine Explosion auslösen können. Dabei darf der Gefährdungsgrad der Umgebung keine Rolle spielen. Nur so lassen sich robuste Tablets auch wirklich sicher bedienen.

Die wichtigsten Sicherheitsmerkmale im Überblick:

  • Einsatz von Zener-Dioden zur Spannungsverminderung
  • Ein zuverlässiger Masseschluss (wir berücksichtigen auch den unwahrscheinlichen Fall einer Fehlfunktion und gewährleisten einen eigensicheren Stromkreis)
  • Bestätigung der Konformität durch zusätzliche Tests:
  • HERO (Hazards of Electromagnetic Radiation for Ordinance), Mil-Std 464
  • Tests in explosiver Atmosphäre gemäß Mil-Std 810F, Method 511.5, Procedure I

In Sachen Sicherheit verfolgt jeder Hersteller ein eigenes Konzept. Diskussionen um die Tauglichkeit von mobilen Lösungen für den Einsatz in gefährlichen Umgebungen enden jedoch nicht bei der Betrachtung der Sicherheitsfunktionen. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Widerstandsfähigkeit der Geräte. So stellt der Einsatz im Freien, Untertage und auf schweren Maschinen bei extremen Temperaturschwankungen sowie Schmutz, Feuchte und Erschütterungen höchste Ansprüche an das Gerät.

Im gleichen Maß wie robuste Tablets für den Einsatz in explosionsgefährdeten Umgebungen mit einem eigensicheren Stromkreis ausgestattet sein sollten, sind die Faktoren Widerstandsfähigkeit und Vielseitigkeit zu berücksichtigen.

Wenn das Beseitigen – nicht nur das Reduzieren – von Risiken in gefährlichen Umgebungen nicht machbar ist, sollten Sie unbedingt in Tablet-PCs investieren, deren Hersteller Ihnen die Eigensicherheit ihrer Lösungen glaubhaft demonstrieren können.